Parkinson-Gedichte

Selbst verfasste Gedichte, in denen Betroffene Ihre Gedanken und Gefühle in Worten festgehalten haben.

„Lebensfreude“ - von Franz Spanke (Audio-Datei)

„Danke, dass es Euch gibt“  - von Franz Spanke (Audio-Datei)

„Der schöne Augenblick“ - von Franz Spanke (Audio-Datei)

„Gemeinsam sind wir stark“ - von Franz Spanke

Oft ist unser Gang gebeugt und unsere Sprache stumm,
mitunter wirken unsere Bewegungen schroff und unkontrolliert.
Manchmal bleiben wir stehen und wissen nicht warum.
Plötzlich erstarren wir wie eine Blume, die erfriert.

Die Fröhlichkeit scheint aus unserem Gesicht gewichen,
starr und unbeweglich scheint es nun.
Heimlich kam die Krankheit angeschlichen
und wir können nichts dagegen tun.

Oft versuchen wir zu erzählen
und blicken in ein fragendes Gesicht.
Was will er nur sagen,
man versteht uns einfach nicht.

Gelegentlich fallen wir und stolpern ohne Grund,
wir Zittern mal weniger und mal mehr.
Wie schön könnte das Leben sein, wären wir gesund -
jedoch ist der Weg mit Parkinson mühsam und schwer.

Manchmal kämpfen wir verzweifelt
und doch ist es so, als ob uns nichts gelingt.
Wir haben Angst vor der Zukunft,
wissen wir doch nicht, was sie uns bringt.

Aber wir dürfen nicht verzweifeln,
uns in Selbstmitleid ergehn,
denn zusammen sind wir stark,
wenn wir zusammen stehen.

Denn es gibt viele Menschen,
die genau wie wir an Parkinson erkranken.
Die genau wie wir Probleme haben
und im Leben wanken.

Mit ihnen müssen wir uns verbünden,
um gemeinsam zu kämpfen und unseren Weg zu gehn.
Mit ihnen können wir unsere Angst überwinden,
um mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu sehn.

Bei ihnen brauchen wir keine Angst zu haben,
denn wir können zu uns und unserer Krankheit stehn.
Mit ihnen können wir den Schritt ins Leben wagen -
egal, was die anderen denken und wie uns sehn.

Zusammen wiegen unsere Probleme nur noch halb so schwer,
zusammen ist unser Leben erfüllter und nicht mehr leer.
Zusammen lässt sich die Krankheit leichter ertragen,
zusammen werden wir den Schritt ins Leben wagen.

Gemeinsam genießen wir wieder die Sonne und das Leben,
gemeinsam fühlen wir den Wind und spüren den Regen.
Gemeinsam lernen wir wieder neu zu leben,
gemeinsam sind wir nicht gerade stark, aber stärker eben.

Drum lasst uns genießen jeden Augenblick, den wir zusammen sind,
denn auch wir haben Spaß am Leben und können uns freuen wie ein Kind.

Parkinson, wir lassen es nicht zu, dass du unser Leben bestimmst.
Parkinson wir wollen nicht, dass du unsere Lebensfreude nimmst,
denn wir lassen uns von dir nicht unterkriegen.
Parkinson Du wirst uns nicht besiegen.

Und deshalb rufen wir alle in diesem Saal:

"Parkinson, du kannst uns mal!"

„Nicht allein“ - von Ulrich J. Gerhards

Ich bin ein Parki, ich kann es kaum glauben, da haust einer in mir drin, will den Verstand mir rauben.
Ich bin nicht allein, muss für immer mit ihm leben, vielleicht auch noch viel von mir ihm übergeben.

Er zeigt mir oft, was er alles kann, ist dann sehr nah an mir dran.
Na klar, er ist ja in mir drin, wie lange hat sich wehren noch einen Sinn.

Ich frage ihn ab und zu, was hast du noch mit mir vor?, doch er flüstert es mir nicht in mein Ohr.
Er behält alles für sich, hat seine eigene Strategie, hat viel Zeit, auch wenn ihn Medikamente immer wieder zwingen in die Knie.

Er nutzt seine Chancen, wenn ich mich überfordere und ihn einfach vergesse, dann gibt es einen harten Kampf, wo ich meine Kräfte mit ihm messe.
Sehr oft schickt er mich zu Boden, mit nicht ganz sauberen Methoden.

Ich höre in meinem Inneren sein hämisches Lachen, ihn sagen, das werden wir jetzt öfter machen.
Ich weiß ja, ich bin nicht allein, wer hat es mir geschickt, dieses Parki-Schwein.

Die Antwort wird mir keiner geben, es ist passiert, ich habe diese Krankheit eben.
Doch ich bin mit meinem Problem nicht allein, der Parki greift bei vielen Menschen in deren Gesundheit ein.

Auch wenn wir in unseren Lebensbereichen eingeschränkt sind, so können viele Parkis noch selbständig Dinge tun, auch wenn es klappt wie bei einem kleinen Kind.

Wir schaffen es zusammen mit unserer Familie und im Parkinson-Verein, denn gemeinsam sind wir stark, wir sind nicht allein!

„Mein Hirn“  (aus: „Ein Gedicht kommt selten allein...“, Schmunzelgedichte von Peter Schmitz, Friesdorfer Str. 280, 53175 Bonn)

Mein exzellentes Hirn ist weg,
nein, nur ein kleines Stück.
Hat sich aus dem Staub gemacht,
es kommt nicht mehr zurück.

Ich hab geschimpft, ich hab geflucht,
hab Tag und Nach mein Hirn gesucht.
Ein Milligramm, vielleicht auch mehr,
dieser Verlust stört mich schon sehr.

Hab bald erkannt, da stimmt was nicht,
man sah es deutlich im Gesicht.
Dagegen hab ich mich gewehrt
und das war sicher nicht verkehrt.

Bin zum Doktor hingerannt,
der hat das Übel schnell erkannt.
Es tut mir ja so leid, mein Sohn,
du hast leider Parkinson.

Ich fiel gleich in ein tiefes Loch,
hab die Kurve gekriegt, ich lebe noch.
Wenn Arm und Beine überschießen,
kam einem das den Tag vermiesen.

Dem Parkinson biet ich die Stirn,
drum Finger weg von meinem Hirn.

Ein starkes Netz im Kreis Steinfurt