Die Heilkraft des Lachens

Einführung in das Lachyoga

Lachen verbindet, befreit und entspannt. Es schafft Nähe zu den Menschen und Distanz zu Problemen. Es hat nur einen Nachteil: es kann einem die ganze schlechte Laune verderben. Zum Leben gehört Lebensfreude, zum Leben gehören soziale Beziehungen, zum Leben gehört die Fähigkeit, auf die bestmöglichste Art klar zu kommen. Und zum Leben gehört nun mal auch Leid, Schmerz und Krankheit dazu. Dazu brauchen wir etwas, das uns stärkt. Lachen ist Lebensfreude pur. Erwachsene lachen viel zu wenig. Ein Kind lacht ca. 400 Mal und ein Erwachsener ca. 15 Mal am Tag.

Das Lachen scheint uns im Laufe der Jahre in den Mühlen des Lebens zu vergehen. Lachclubs haben von Indien aus die Welt erobert, in denen das Lachen wieder erlernt werden kann, denn schließlich hat Lachen eine heilende Kraft.

Wie kam es zu den Lachklubs?

Der indische Arzt für Allgemeinmedizin, Dr. Madan Kataria, wollte im Jahr 1995 in seinem monatlich erscheinenden Gesundheitsmagazin über die Bedeutung des Lachens schreiben mit dem Titel „Lachen ist die beste Medizin". Er entdeckte eine überwältigende Menge Literatur, die den wissenschaftlichen Nutzen von Lachen auf den menschlichen Geist und Körper beschrieb. Er beschloss sofort, die Wirkung des Lachens auf sich selbst zu testen. Im März 1995 ging er in Bombay zum nächsten öffentlichen Park und konnte 4 Personen motivieren mit ihm einen „Lachclub" zu gründen. Innerhalb der nächsten Tage waren es schon 50 Teilnehmer. Am Anfang wurden Witze erzählt, aber diese gingen nach 14 Tagen aus. Dr. Kataria wusste aus der wissenschaftlichen Forschung, dass der menschliche Verstand nicht zwischen vorgetäuschtem und echtem Lachen unterscheiden kann. Bei jeder Art von Lachen erzeugt der Körper eine glückliche Chemie. Die Gruppe um Dr. Kataria war erst skeptisch, als er vorschlug, mit ihm einfach 1 Minute zu lachen. Bei einigen wurde aus dem vorgetäuschten Lachen schnell ein echtes Lachen und dadurch wiederum wurden andere angesteckt. Als Yoga praktizierende bauten Dr. Kataria mit seiner Frau Atemübungen aus dem Yoga (Pranayama) mit in die Lachübungen ein. Dies erhöht die Sauerstoffversorgung von Körper und Gehirn. Was mit 5 Leuten im Park in Bombay begann, ist mittlerweile zu einer Lachbewegung mit mehr als 6000 Clubs in 60 Ländern herangewachsen.

Lachyoga beim Gruppentreffen der Parkinson Selbsthilfegruppe Ibbenbüren

Im Juli 2008 machten unsere Fördermitglieder Gertrud Reher, Klaus Thalmann-Holthaus und ich die Ausbildung als zertifizierte Lachyoga-Lehrer bei Beate Schulze-Brehmer, Lienen. Das Ziel war die Durchführung beim Gruppentreffen und das Bewusstmachen der gesundheitlichen Wirkung des Lachens. Lachyoga ist eine Körper-Verstand Übung. Durch das Lachen über die Körperebene starten wir starke positive Veränderungen in unserem Körper, Geist und Emotionen. Jeder Mensch kann lachen ohne Witze und Comedy.

Um aus Freude lachen zu können benötigt man keinen Humor. Man muss nur die Bereitschaft zum Lachen haben und sich darauf einlassen. Der Körper kann willentlich zum Lachen trainiert werden. Beim monatlichen Gruppentreffen begannen wir zuerst mit einer theoretischen Einführung in das Thema. Es folgte ein rythmischer Sprechgesang "Ho ho ha ha ha" und "Sehr gut, sehr gut, yeah!" mit Klatschen und Bewegung und erste Lachübungen.

Die Basisanleitung von uns lautete: Haltet Augenkontakt, bleibt in Bewegung, sprecht nicht. Es gibt ca. 40 Lachübungen des Standardprogramms.

Einige Beispiele:

  • Begrüßungslachen: Die Menschen bewegen sich im Raum, halten Blickkontakt und geben sich die Hände, während sie sich wortlos begrüßen und lachen.
  • Streitlachen: So tun, als ob man mit dem Zeigefinger wedelnd andere tadelt.
  • Elektroschocklachen: Man möchte die Hand des Gegenübers schütteln. Dabei tut man so, als ob man einen kleinen elektrischen Schlag von der Hand der anderen Person bekommt. Die Hand wird plötzlich weggezogen und es wird gelacht.
  • Kein Geld Lachen: Es wird auf die leeren Taschen gezeigt und gelacht mit den Handflächen nach oben.

Nach den einzelnen Übungen folgt der rhythmische Sprechgesang: "Ho ho ha ha ha" und ein "Sehr gut, sehr gut, yeah!".

Diese Übungen, in Kombination mit dem starken sozialen Gruppenverhalten, führen zu einem verlängerten und herzlichem bedingungslosen Lachen.

Durch die Wiederholungen dieser Übungen bildet das Gehirn neue Nervenverbindungen, um glücklich machende Neuropeptide und Hormone im Körper zu erzeugen, was dann durch die Wiederholung dieser körperlichen Aktion erneut ausgelöst werden kann.

Wenn Menschen zusammen in einer Gruppe lachen wird eine positive Gruppenenergie erzeugt aus positiven Gedanken, Emotionen und Gefühlen. Lachen bringt uns dazu uns gut zu fühlen, weil es Furcht, Ärger und Langeweile entschärft und Spannungen löst.

Wissenschaftlich wurde bewiesen, dass 20 Minuten Lachen ausreichen, um den vollen physiologischen Nutzen zu erzielen.

 

Download Pressebericht "Die Heilkraft des Lachens":

Formular "Bewegungsprotokoll" 

(Quelle: "mittendrin" Jubiläums-Ausgabe Juli 2009 für Ibbenbüren)